Linsenchirurgie - Eine Variante zum Augenlasern

 

Wenn höhere bzw. spezielle Fehlsichtigkeiten vorliegen, kann es sein, dass eine Behandlung mittels Augenlasern nicht durchführbar ist bzw. nicht die Methode der ersten Wahl darstellt, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. So werden zum Beispiel bei Kurzsichtigkeit mit Dioptriewerten über 6 Dioptrien oder einer zu dünnen Hornhaut reine Laserbehandlungen nicht zielführend sein. In diesen Fällen verspricht Augenlasern nicht mehr die optimalen Ergebnisse, weil zu viel Gewebe abgetragen werden müsste oder es zu störenden optischen Phänomenen (z.B. Halos) kommen kann.

 

In diesen Fällen stellt die refraktive Linsenchirurgie eine erfolgversprechende Alternative dar. Im Zuge der Linsenchirurgie können unter anderem eine künstliche Linse oder eine zusätzliche Kunstlinse in das Auge eingesetzt werden.

 

Methoden der Linsenchirurgie

 

Im Wesentlichen lassen sich drei gängige Behandlungsmethoden im Bereich der Linsenchirurgie unterscheiden, wobei je nach konkretem Sehproblem eine für Sie optimale Lösung gefunden wird:

·      RLA - Refraktiver Linsenaustausch

·      Phake Linsen

·      Katarakt - Linsenchirurgie bei Grauem Star


RLA - Refraktiver Linsenaustausch

 

Dieser Eingriff ist relativ unkompliziert und kann innerhalb von ca. 20 Minuten durchgeführt werden, wobei eine lokale Betäubung mit Augentropfen ausreichend ist.

Der refraktive Linsenaustausch (RLA) kann neben der Behandlung des Grauen Stars auch eine passende Methode für Patienten mit einer Kurz-, Weit- oder Alterssichtigkeit sein. Bei dieser Form der Linsenchirurgie wird die bestehende natürliche Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt.

 

Der Austausch der natürlichen Linse durch eine hochmoderne Kunstlinse zählt zu den am häufigsten angewendeten Operationen in der Augenchirurgie. Sollten andere refraktiv-chirurgische Verfahren nicht möglich sein, kann ein Linsenaustausch bei Patienten mit Kurz-, Weit- und Alterssichtigkeit durchgeführt werden.

 

 

Phake Linsen

 

Diese Methode der Linsenchirurgie erfolgt unter lokaler Betäubung mittels Augentropfen oder Spritze. Hier wird zusätzlich zur natürlichen Linse eine Kunstlinse ins Auge eingesetzt, die den Sehfehler entsprechend korrigiert. Die Phake Linse kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn Patienten eine hohe Fehlsichtigkeit ab 6 Dioptrien aufweisen und ein Augenlasern mittels z.B. Femto-LASIK nicht möglich ist.

Da die Phake Linse sich zusammenfalten lässt, ist nur ein kleiner Schnitt am äußeren Rand der Hornhaut nötig, um diese ins Auge einsetzen zu können.

 

 

Linsenchirurgie bei Grauem Star

 

Mit dem Alter beginnt die Linse im Auge nach und nach an Elastizität zu verlieren und kann nicht mehr optimal zwischen Nah- und Fernsehen wechseln. Dieses als Alterssichtigkeit bekannte Phänomen beginnt meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Bei dieser Sehschwäche tritt ein sogenannter Akkomodationsverlust ein, der das Lesen in der Nähe immer schwieriger macht. Das Auge kann sich mit zunehmendem Alter immer schwieriger an die verschiedenen Entfernungen anpassen.

Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, kann man mittels Linsenchirurgie auch eine dauerhafte Lösung ohne zusätzliche Sehhilfe umsetzen. Es werden in diesem Zusammenhang unter lokaler Betäubung Mehrstärkenlinsen in das Auge eingesetzt, die es ermöglichen, auf andere Sehhilfen in der Ferne und in der Nähe gänzlich verzichten zu können.